Ein super Anfang, der pandemische Rückschlag und ein Blick nach vorne.

Als das BläserklassenEs geht los! Der 1. Jahrgang 2017-Profil unserer Schule seinen Anfang nahm, hatte ich gerade eine Fortbildung als Leiter einer Bläserklasse absolviert. Das ging über mehrere Wochenenden und machte mir richtig Lust auf das, was da auf mich zukommen würde.

2017 war es dann soweit und die der erste Jahrgang der Bläserklasse kam an die Realschule. Mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Kiefer, vom Musikverein LYRA Reichenbach, der die Beschaffung der Leihinstrumente und die Anstellung der Instrumentallehrer organisierte, konnte ich nun mein erstes Orchester begrüßen.

Tatsächlich handelt es sich in unserer Schule nicht um eine „Bläserklasse“ im eigentlichen Sinn, denn entgegen der üblichen Organisation setzt sich unser Orchester nicht aus Kindern einer Klasse zusammen, sondern aus Kindern von allen Klassen eines Jahrgangs. Das hat vielleicht bezüglich des Gemeinschaftsgefühls, das eine Klasse als Orchester entfalten kann, nicht den gleichen Effekt, aber dafür sind die positiven Effekte gemeinsamen Musizierens im gesamten Jahrgang präsent und es entsteht keine Elite, die sich musikalisch als Klasse absetzt. Dass sich die Orchesterarbeit auch klassenübergreifend positiv auf das Sozialverhalten der Kinder und das allgemeine Klima an einer Schule auswirkt, ist indes unbestritten.

Der erste Jahrgang (2017-2019) hatte natürlich den Reiz des Neuen, und obwohl das klassenübergreifende Konzept organisatorisch seine Anfangsschwierigkeiten hatte, kam er sehr bald in ein gutes Fahrwasser. Das Orchester spielte neben der Weihnachtsfeier des Musikvereins LYRA, auch auf deren Musikfest im Frühjahr, bei Präsentationen der Schule und natürlich abschießend auf dem alljährlichen Musikalischen Abend, der in der Aula unserer Schule stattfindet. Mit Bläserarrangements zu G.F. Händels' „Larghetto e piano“ und zu „I'll be on my way“ von den Northern Soul Legenden Bob&Fred, war der musikalische Bogen so weit wie möglich gespannt.

Ein gut gelaunter Anfang! Der 2. Jahrgang 2018Der zweite Jahrgang (2018-2020) war schon auf einem guten Weg, die Erfolge ihrer Vorgänger weiter zu tragen. Nachdem sie 2019 ihren ersten Auftritt auf der Weihnachtsfeier des Musikvereins LYRA absolviert hatten, kam allerdings das, was wir bis heute alle durchleben. Die Schulschließungen im März 2020 hatten zur Folge, dass keine Orchesterproben mehr stattfinden konnten. Selbst der Instrumentalunterricht fand allenfalls per Videokonferenz statt. Mein Versuch die Stücke „Rain In May“ und „Rock Tranquille“ virtuell, über Playback-Aufnahmen zusammen zu mischen, erwies sich als zu ambitioniert. Nachdem wenigstens der Instrumentalunterricht in Kleingruppen an der Schule weitergeführt werden konnte, endete diese Bläserklasse bedauerlicherweise ohne weitere Auftritte und ohne Abschlusskonzert.

Kurz vor dem Auftritt, Weihnachten 2019Den dritten Jahrgang (2019-2021) ereilte im März das gleiche Schicksal. Er kann nicht auf einer Weihnachtsfeier auftreten. Im Gegensatz zum vorherigen Jahrgang kann er aber regelmäßig an der Schule am Instrumentalunterricht teilnehmen und wenigstens als jeweils halbes Ensemble alle zwei Wochen eine Orchesterprobe abhalten. Beethovens' „Ode an die Freude“ wird trotzig aufgespielt und „Rock Tranquille“ wird sicher eines der Stücke, die, sofern wieder möglich, bei einem Auftritt zum Besten gegeben werden. Es ist zwar nicht so, dass nur zur Hälfte besetzte Orchesterproben doppelt so viel Zeit für das Einstudieren eines Stückes nach sich ziehen, aber wer glaubt, zwei Wochen Zeit zum Einüben eines Stücks würden in der dann stattfindenden Orchesterprobe doppelt so gute Ergebnisse zeitigen, liegt auch weit daneben. Es bleibt also spannend, was wir für die Zeit, in der wir wieder auftreten können, an Stücken einstudiert haben werden.

Last not least haben wir seit Beginn dieses Schuljahres einen neuen Jahrgang (2020-2022) von Bläserklassen-Kindern, die bereits seit Beginn in halben Ensembles zur Orchesterprobe zusammentreten. Sprich, sie haben sich bis jetzt noch nicht als ganzes Orchester erlebt. Da sie nicht wissen, wie das eigentlich ist, kümmert es sie reichlich wenig. Die Orchesterproben finden, wie bei den älteren Bläsern, nur alle zwei Wochen statt und das ist am Anfang, wenn die Kinder ihr Instrumente gerade erst erlernen auch vollkommen okay. Wir haben jedenfalls Spaß dabei, und das ist es, was zählt. Zur Weihnachtszeit hallt „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ durch das Schulgebäude und wir sind zuversichtlich, dass auch dieser Jahrgang bald wieder unter normalen Bedingungen musizieren kann.

Seit ich die Bläserklassen leitDer einzige Auftritt der Band und Bläser AG, am Tag der offenen Tür 2019e, arbeite ich immer wieder selbst Arrangements aus, um möglichst auch Stücke zu spielen, die nicht Standard bei Bläserklassen sind. Das reicht von Barock-Komponisten wie G.F. Händel bis zu Popikonen wie den Gorillaz. Allein die Umstände, unter denen wir in der Pandemie Orchesterproben abhalten, haben zur Folge, dass aufgrund des Schwierigkeitsgrades, manche Stücke doch noch auf sich warten lassen. Ich bin eigentlich sicher, wenn die Widrigkeiten der Pandemie überstanden sind, werden wir um so mehr Spaß an der Musik haben.

Das gilt auch für die „Band und Bläser AG“, die ich im Schuljahr 2019-20, als Möglichkeit über die Bläserklasse hinaus an der Schule zu musizieren, gegründet habe. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler stellten unter Beweis: ob Ska von den Specials, Funk von James Brown oder Pop von Carly Rae Jepsen – was bereits in den Anfängen von der Pandemie vereitelt wurde, kann in der Zeit danach zurück kommen.

Thomas Mettendorf
(Orchesterleitung)

 

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